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Fracking: Neue Bohrmethode birgt verschiedene Risiken

Fracking: Eine Methode mit Zukunft ?

Fracking: Chancen und Risiken der alternativen Energiegewinnung

Fracking ist eine Methode zur Erdgas- und Erdölförderung, bei der durch die Einpressung einer Flüssigkeit in Tiefbohrungen Gesteinsschichten gelockert werden sollen. Durch die Auflockerung des Bodens, wird die Flüssigkeits- und Gasdurchlässigkeit des Gesteins erhöht und Fluide wie Erdöl und Erdgas, die gewonnen werden sollen, können einfacher zur Bohrstelle fließen. Die Flüssigkeit, die zunächst eingepresst wurde und die Gesteinsschichten gelockert hat, wird anschließend so gut wie möglich wieder abgepumpt. Im Anschluss kann die eigentliche Öl- oder Gasförderung beginnen.

Aktuelle Anwendung

Die Technik selber ist bereits mehr als 50 Jahre alt und wird auch genauso lange eingesetzt, obwohl erst in den letzten Jahren das Medieninteresse gestiegen ist. Dies liegt daran, dass Fracking bisher nur in den USA und sehr vereinzelt eingesetzt wurde. Innerhalb des letzten Jahrzehnts wurde diese Art der Erdöl- und Gasförderung allerdings zunehmend beliebter. Bereits 2008 wurde die Technik in den USA über 50.000 Mal angewendet. In den Anfangsjahren wurde Fracking nur vereinzelt im Bergbau eingesetzt, um schwer erreichbare Reservoire abzuschöpfen. Durch den steigenden Ölpreis und den gestiegenen Bedarf an fossilen Brennstoffen wurde Fracking als alternative Möglichkeit der Ressourcengewinnung aber immer öfter in der Nähe von Ortschaften angewendet. Fracking kann allerdings auch außerhalb der Ressourcengewinnung eingesetzt werden. Beispiele dafür sind die Steigerung des Wirkungsgrades von Geothermiebohrungen und die Stimulation von Grundwasserbohrungen.
Fracking

Nachteile und Risiken

Mit dem gestiegenem Einsatz dieser Fördertechnik wurden negative Auswirkungen auf die Umwelt und Anwohner immer offensichtlicher. Durch das Fracking wird die Permeabilität für die gewünschten Ressourcen erhöht. Dies geht allerdings auch mit einer gestiegenen Durchlässigkeit für Giftstoffe einher, die eigentlich nicht in die Umwelt gelangen sollten. So können Giftstoffe in die Luft freigesetzt werden oder in das Grundwasser gelangen. Dadurch kann auch das Trinkwasser belastet werden, sodass Anwohner die Schadstoffe unter Umständen indirekt aufnehmen. Ebenso können radioaktive Stoffe im Boden freigesetzt werden. Die eigentlich im Erdreich gebundenen und nicht weiter gefährlichen Stoffe werden durch die Lockerung praktisch mitgefördert. Zwar können Produktionseinrichtungen das Erdöl oder Gas von den Giftstoffen abscheiden, jedoch entsteht dabei hochgiftiges Abwasser als Nebenprodukt. Dieses Abwasser wird dann meist über einfache Rohrleitungen wieder in das Erdreich gepumpt. Auf diese Weise kann das Abwasser nun ebenfalls in das Grundwasser gelangen und dieses verseuchen oder zumindest belasten.
Kritisiert wird weiterhin, dass die Technik des Frackings mit einem hohen Energie- und Materialverbrauch einhergeht. Die eigentlich zur Energiegewinnung eingesetzte Methode erfüllt so kaum ihren Zweck, wenn die gesamte Produktionskette betrachtet wird. Klimaschädlich ist zudem nicht nur das CO2, das bei der Produktion durch Verbrennungsmotoren in die Luft geblasen wird, sondern das Methan, das ebenfalls als Nebenprodukt gefördert wird. Dabei ist Methan etwa 20 Mal klimaschädlicher als CO2.
Während diese zahlreichen Nachteile in den USA bereits für stärkere Auflagen bei Fracking-Bohrungen gesorgt haben, steht Deutschland noch ganz am Anfang der Debatte. Aufgrund ihrer umweltschädlichen Begleiterscheinungen hat die Frackingtechnik in den USA stark an Popularität verloren und ist kaum als Zukunftstechnologie zu betrachten.

Entwicklung in Deutschland


Aufgrund der Negativfolgen von Fracking-Bohrungen in den USA stößt diese Technologie auch in Deutschland bei der Bevölkerung auf starke Ablehnung. Die Gefahr für das Trinkwasser und die Umwelt wird im Allgemeinen als zu hoch angesehen, um auf diese alternative Förderungsmethode zu setzen. Dennoch wollen der Umweltminister Peter Altmaier und der Wirtschaftsminister Phillip Rösler an einem gemeinsamen Gesetz arbeiten, um das Fracking, unter starken Auflagen, zu ermöglichen. Zwar bietet das Schiefergasvorkommen in Deutschland die Möglichkeit, den Gasbedarf für 13 Jahre zu decken, doch sind die Voraussetzungen in Deutschland ganz andere. Während die USA eher dünn besiedelt sind und Fracking vorwiegend in menschenleeren Gebieten eingesetzt wird, ist Deutschland wesentlich dichter besiedelt. Aufgrunddessen wäre Fracking hier nur mit der Zustimmung der ansässigen Bevölkerung möglich. Angesichts dieser schlechten Ausgangslage ist ein verstärkter Einsatz der Technik in Deutschland kaum denkbar. Nicht nur, dass Fracking gegen den Willen der Bevölkerung mit starken Hürden verbunden wäre, sondern auch die strengen Auflagen der Gesetzgebung machen einen flächendeckenden Einsatz des Frackings unprofitabel.

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