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Massenhaltung von Schweinen

Massenhaltung von Schweinen: Bestimmungen werden häufig nicht eingehalten

Tierschutz wird bei der Massenhaltung von Schweinen häufig missachtet

Schweine: Sie werden heutzutage kaum noch als lebendige Tiere angesehen, die Ansprüche an eine artgerechte Haltung haben. Für die meisten Menschen sind sie einfach nur eines: Essen!

So nimmt die Massenhaltung von Schweinen auch weiterhin stetig zu. Diese Tatsache an sich wäre nur halb so schlimm, wenn sich die Betreiber solcher Anlagen an das Tierschutzgesetz halten würden. Leider ist dem häufig ganz und gar nicht so, denn immer öfter tauchen in den Schlagzeilen erschreckende Bilder und Berichte von Schweinen auf, die unter schlimmsten Bedingungen leben müssen.

Erschreckende Zustände in Massenhaltungsanlagen für Schweine

Anfang des Jahres hat die EU einige minimale Neuerungen im Tierschutzgesetz erlassen, von denen sich die meisten Anlagenbetreiber allerdings kaum beeindrucken lassen. Das wohl größte Problem bei nahezu allen Anlagen ist der Platz. Es werden häufig bis zu doppelt so viele Schweine gehalten wie eigentlich für den vorhandenen Platz erlaubt sind. Das sorgt nicht selten für Machtkämpfe zwischen den Ebern und massenhaft Nachwuchs bei den Sauen. Das dies oft sogar gewollt ist, macht die Sache umso schlimmer. Tierschützer kämpfen seit Jahren gegen dieses Elend an und besuchen immer wieder verdächtige Anlagen. Meist schlägt ihnen schon vor dem Betreten ein beißender Geruch von Ammoniak und Kot entgegen, der sich nicht nur in der Kleidung, sondern auch in den Nasen der Tierschutzaktivisten festsetzt. Die Schweine werden in viel zu kleinen, engen Gitterboxen gehalten, in denen sie sich nicht selten schlimme Verletzungen zuziehen. Seit Anfang des Jahres gibt es ein Gesetz, das festschreibt, dass trächtige Sauen nicht mehr in solchen Boxen gehalten werden dürfen, sondern mit anderen trächtigen Tieren in ein großes Gehege kommen müssen. Dort muss es genug Platz für die Tiere geben, um sich ausreichend bewegen, sich ausstrecken und sich bei Bedarf auch mal zurückziehen zu können. Ebenfalls gilt die Pflicht, das Spielzeug vorhanden sein muss. Dies dient nicht zur allgemeinen Belustigung, sondern zum Schutz der Tiere. Diese würden sich nämlich sonst vor Langeweile gegenseitig die Schwänze abbeißen.

In vielen Schweine-Massenhaltungsbetrieben bietet sich den Tierschützern bei ihren Besuchen das gleiche Bild. Sobald sie die engen Gänge mit den Gitterboxen betreten, bricht ein Höllenlärm aus. Die Schweine grunzen und fiepen um ihr Leben. Durch den wenigen Platz bedingt, über den die Schweine verfügen, schellen die Gitterstäbe aneinander und die Tiere werden panisch. Zudem haben auch Schweine das Bedürfnis, sich ab und zu genüsslich auszustrecken und hinzulegen. In den engen Gitterboxen gelingt dies allerdings nur, wenn sie ihre Beine durch die Gitterstäbe stecken. Auch dabei verletzen sich die Tiere nicht selten. Da die Betreiber solcher Anlagen in der Mehrzahl der Fälle keinen Wert auf eine regelmäßige Versorgung der Tiere durch einen Tierarzt legen, entzünden sich die Wunden der Schweine sehr häufig. Sie leiden unter höllischen Schmerzen und verenden oft an ihren schlimmen Blessuren. Einige Betreiber versuchen, dies zu verhindern, indem sie die Tiere mit großen Mengen Antibiotika mästen. Dass diese Vorgehensweise für die Tiere keinesfalls gesund sein kann, ist sicher jedem bewusst. Die mangelnde Hygiene in diesen Betrieben kommt als weiteres großes Manko häufig noch hinzu. Dass Schweine sich instinktiv im Schlamm suhlen, ist sicher jedem bekannt. Dabei interessiert es jedoch kaum einen Betreiber, dass die Tiere danach auch eigentlich wieder gesäubert werden müssten. Dadurch stecken sich die Schweine gegenseitig mit Krankheiten an. Oft sind auch Ungeziefer wie Würmer und Flöhe im Spiel. Darauf ist es wohl auch zurückzuführen, dass das Trinkwasser der Tiere in einem Großteil der Fälle extrem verunreinigt ist. Dies führt nicht selten zu ernsthaften Magen-Darm Krankheiten bei den Tieren. Schweine sind von Natur aus sehr reinliche und saubere Tiere, die sich eine bestimmte Stelle aussuchen, um ihre Notdurft zu verrichten. Logischerweise ist dies in den engen Gitterboxen kaum möglich, weshalb die Tiere oft in ihrem eigenen Kot und Urin liegen müssen. Auch dies führt leicht zu Infektionen.

Der unermüdliche Einsatz der Tierschützer

Tierschützer setzen sich immer wieder für die Einhaltung der Gesetze und das Wohl der Tiere ein und wollen vor allem eins: Auf das Elend aufmerksam machen, um den Schweinen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Inwieweit das in Zukunft Erfolg haben wird, wird sich zeigen.

 

Foto: #3664535  Dani Kreienbühl – Fotolia.com

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